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Lohnunterschiede sind keine Naturgesetze

Zum Gehaltsatlas 2018 und den darin benannten enormen Einkommensunterschieden, erklären die Vorsitzenden der LINKEN in Mecklenburg-Vorpommern, Wenke Brüdgam und Torsten Koplin:

 

Der Gehaltsatlas 2018 der PersonalMarkt Services GmbH mit Sitz in Hamburg (GEHALT.de) bescheinigt Mecklenburg-Vorpommern einmal mehr die rote Laterne beim Thema Einkommen. Nur 73,5% des Bundesdurchschnitts verdienen die Menschen hierzulande. Schlimmer noch: Im Vergleich zum Vorjahr ist das Lohnniveau nochmals um 1,9% gefallen. 32.000€ durchschnittliches Jahresbruttoeinkommen in Mecklenburg-Vorpommern stehen 50.000 € in Hessen gegenüber.

Zum Gehaltsatlas 2018 und den darin benannten enormen Einkommensunterschieden, erklären die Vorsitzenden der LINKEN in Mecklenburg-Vorpommern, Wenke Brüdgam und Torsten Koplin:

Der Gehaltsatlas 2018 der PersonalMarkt Services GmbH mit Sitz in Hamburg (GEHALT.de) bescheinigt Mecklenburg-Vorpommern einmal mehr die rote Laterne beim Thema Einkommen. Nur 73,5% des Bundesdurchschnitts verdienen die Menschen hierzulande. Schlimmer noch: Im Vergleich zum Vorjahr ist das Lohnniveau nochmals um 1,9% gefallen. 32.000€ durchschnittliches Jahresbruttoeinkommen in Mecklenburg-Vorpommern stehen 50.000 € in Hessen gegenüber.

Einzige halbwegs positive Nachricht ist der mit 19,1% vergleichsweise geringe Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern. Diese so genannte „unbereinigte Entgeltlücke“ beträgt im Bundesschnitt 22%  – in Baden-Württemberg gar 26,8%.

Die schlechte Einkommenssituation im Nordosten wird dadurch begünstigt, dass hier wenig große Unternehmen ansässig sind, welche allgemein besser zahlen. Zudem wird gerade in der Hotel- und Gaststätten-Branche am schlechtesten bezahlt, spielt doch der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern eine große Rolle. Noch schlechter wird in M-V in den Bereichen Zeitarbeit, Einzelhandel, Handwerk und Callcenter bezahlt.

Der Forderung des DGB, dass die Arbeitgeber gerade in Niedriglohnbereichen mehr zahlen sollten, statt sich über abgewanderte Fachkräfte zu beklagen, stimmen wir zu. Auch die Forderung nach höherer Tarifbindung können wir teilen. Allerdings fordern wir deutlich mehr Engagement von den politisch Verantwortlichen. Durch Appelle allein wird sich grundlegend nichts an der Schieflage ändern. Vom grundgesetzlichen Anspruch gleicher Lebensverhältnisse sind wir weit entfernt.

Der gesetzliche Mindestlohn muss endlich auf 12 Euro steigen, um Lohndumping und Fachkräftemangel zu entgegnen. Auch die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifen kann durch die Politik weiter gestärkt werden. Die enormen Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sind ebenfalls keine Naturgesetze.

Wir fordern Manuela Schwesig als stv. SPD-Vorsitzende auf, sich in diesem Sinne in den Koalitionsverhandlungen in Berlin für die Stärkung Mecklenburg-Vorpommerns einzusetzen.