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Doppelte Benachteiligung von Müttern ist sozial ungerecht und muss beendet werden!

Mütter sind hierzulande gleich doppelt benachteiligt. Zum wiederholten Mal wird dies durch eine Bertelsmann-Studie festgestellt. Frauen erhalten durchschnittlich mehr als 20 Prozent weniger Entgelt für ihre Arbeit als Männer. Im Osten Deutschlands macht diese Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen 440.000 Euro aus.

Die Studie zur sozialen Situation von Müttern belegt, dass der Einkommensunterschied zwischen ihnen und kinderlosen Frauen immer größer wird. Berechnet auf das sogenannte Lebenserwerbseinkommen zwischen dem zwanzigsten und dem sechzigsten Lebensjahr, verfügen Frauen mit einem Kind über 40 Prozent weniger Einkommen als Frauen ohne Kinder. Bei Frauen mit drei und mehr Kindern beträgt dieser Unterschied gar an die 70 Prozent.

Für DIE LINKE Mecklenburg-Vorpommern ist dies ein unhaltbarer Zustand. Es straft die Worte, von „Familien und Kinder stehen mit Mittelpunkt“ oder vom „Abbau struktureller Ungleichgewichte“ die zu „Entgeltlücken wesentlich beitragen“, aus dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD des Jahres 2018, lügen. 

Das längst überkommene „Modell des männlichen Ernährers“ gehört nun endlich abgeschafft. Wir unterstützen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die Studie erarbeitet haben, in ihrem Appell, eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf herzustellen sowie mehr Tarifverträge für systemrelevante Berufe abzuschließen. Zugleich sind ihre Forderungen aus Sicht der LINKEN nicht hinreichend und viel zu zaghaft. Generell gilt es, für gleiche und gleichwertige Arbeit gleiches Entgelt zu zahlen und gleiche soziale Standards zu garantieren. Und ebenso generell gilt, dass endlich ein gerechtes Steuersystem geschaffen werden muss. Eines, indem das Ehegattensplitting keinen Platz mehr hat, denn es trägt als Einkommensteuermechanismus dazu bei, dass Männern die Rolle des Hauptverdieners zukommt und Frauen in wirtschaftlicher Abhängigkeit bleiben. Tarifverträge müssen leichter allgemeinverbindlich werden.

Die Studie zeigt, dass nach wie vor Kinder in dieser Gesellschaft ein Armutsrisiko darstellen. Es ist auch deshalb ein Gebot sozialer Gerechtigkeit, eine Kindergrundsicherung als ersten Baustein für ein existenzsicherndes Grundeinkommen einzuführen.