Tariftreue

Nur fünfzig Prozent aller Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern sind tarifgebunden. Auch deshalb konnte sich der Niedriglohnsektor verfestigen und immer weiter ausdehnen. Noch bis Mitte des ersten Jahrzehnts im 21. Jahrhundert wurden von breiten Kreisen der Wirtschaft, CDU und SPD niedrige Löhne als Standortvorteil im Wettbewerb der Bundesländer angesehen. Inzwischen setzt sich die Auffassung durch, dass die Zukunft des Landes auf dem Spiel steht, wenn es nicht gelingt, den Fachkräftemangel zu beheben. Und dafür sind gute Löhne für gute Leistungen erforderlich.

Unsere Position

Niedrige Löhne waren und sind kein Standortvorteil. Zumal sich längst erwiesen hat, dass „blühende Landschaften“ nicht auf Kosten der Beschäftigten entstehen. Gut ausgebildete und flexible junge Menschen, insbesondere junge Frauen, gehen dahin, wo sie die besten Bedingungen vorfinden. Deshalb treten wir dafür ein, dass flächendeckende Tarifverträge in allen Branchen auch in Mecklenburg-Vorpommern Anwendung finden. Wir sagen aber auch unseren Partnern in den Gewerkschaften, dass unterschiedliche Tarife in Ost und West nicht mehr zu akzeptieren sind. Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind nicht weniger wert als die in Niedersachsen oder in anderen westlichen Bundesländern. DIE LINKE in Mecklenburg-Vorpommern setzt sich für ein Landesvergabegesetz ein und hat ein solches vorgelegt. Öffentliche Aufträge dürfen demnach nur noch an Unternehmen vergeben werden, die tarifliche, ökologische und soziale Mindeststandards einhalten. Dies gilt auch für die Vergabe von Fördermitteln.