Zu Gast beim Kinder- und Jugendparlament Wismar: Demokratie vor Ort gestalten

Im Rahmen ihrer Tour „Fraktion vor Ort“ haben Abgeordnete der Linksfraktion auch das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) in Wismar besucht. Dazu erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Torsten Koplin:

„Beim Besuch des KiJuPa haben wir gute Einblicke in die Arbeit dieses wichtigen Beteiligungsgremiums erhalten. Die jungen Menschen zwischen 9 und 19 Jahren verstehen sich als offizielle Interessenvertretung der Kinder und Jugendlichen in Wismar. Sie machen die Anliegen, Ideen und Rechte junger Menschen sichtbar und bringen Vorschläge in politische Gremien wie die Bürgerschaft der Hansestadt ein.

Jan, Joshua und Emily berichteten uns von ihren Initiativen und Projekten. Offen sprachen sie über Hindernisse und die Erfahrung, dass nicht alle Anträge in der Bürgerschaft Mehrheiten finden. Umso größer die Freude über Erfolgserlebnisse und gelungene Initiativen: vom Mitwirken an der Neugestaltung von Spielplätzen über Umwelt- und Freizeitprojekte bis hin zu selbst organisierten Veranstaltungen.

Neben den Jugendlichen kamen auch Vertreter des Kreisjugendrings zu Wort. Sie berichteten über die demokratiepädagogische Begleitung, die Förderung von Projekten und die Unterstützung der Jugendlichen im Alltag. Sie verwiesen aber auch auf strukturelle Schwierigkeiten: befristete Arbeitsstellen, unsichere Fördermittel und die Notwendigkeit verlässlicher Rahmenbedingungen für langfristige Projekte.

Meine Fraktion ist sehr beeindruckt von der engagierten Arbeit der Jugendlichen. Ihre Motivation, Demokratie zu leben und mitzugestalten, ist überzeugend und ansteckend. Es ist großartig, wie Kinder und Jugendliche Verantwortung übernehmen, eigene Ideen entwickeln und für ihre Interessen eintreten. Diese Arbeit braucht nicht nur Anerkennung, sondern auch handfeste Unterstützung und Förderung. Mit dem Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz (KiJuBG) haben wir im Land verlässliche und nachhaltige Rahmenbedingungen geschaffen, die Kindern und Jugendlichen Beteiligung in angemessenen Strukturen ermöglicht und garantiert.“ 

 

Hintergrund. Das KiJuPa besteht aus 20 gewählten stimmberechtigten Mitgliedern und weiteren beratenden Mitgliedern. Die Amtszeit beträgt zwei Jahre. Das Parlament trifft sich regelmäßig im Rathaus oder im Kinder- und Jugendfreizeitzentrum Techenhaus. Die jungen Abgeordneten stellen ihre Anträge, diskutieren diese und stimmen darüber ab – mit einfacher Mehrheit. Darüber hinaus organisieren sie sich in thematischen Arbeitsgruppen, zum Beispiel zu Freizeit & Soziales, Umwelt oder Vernetzung. Hier werden konkrete Projekte entwickelt – von Müllsammelaktionen über Umfragen zu Spielplatzqualität bis hin zum Internetcafé für Jung und Alt, wo Jugendliche ihr Wissen an Seniorinnen und Senioren weitergeben.