Schwerin nicht abhängen – frühe Fernverkehrsverbindung nach Hamburg reaktivieren
Zur Streichung der frühen Fernverkehrsanbindungen erklärt der verkehrspolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Henning Foerster:
„Der Wegfall der morgendlichen ICE-Verbindungen von Schwerin nach Hamburg bedeutet einen herben Rückschritt für Pendler:innen aus der Landeshauptstadt und aus Westmecklenburg. Leider hatte sich dies lange angedeutet. Bereits im Frühjahr 2025 habe ich auf die drohende Streichung hingewiesen. Im Juli 2025 wurde ein von mir initiierter Antrag in der Schweriner Stadtvertretung einstimmig beschlossen. Dieser forderte den Oberbürgermeister zu einer konzertierten Aktion mit der Landesebene und der Wirtschaft auf, um der Deutschen Bahn zu verdeutlichen, wie wichtig die Erhaltung der frühen Fernverkehrsverbindungen von Montag bis Freitag ist.
Bislang konnten Berufspendler:innen mit dem ICE die Metropole Hamburg zwischen 7:00 und 9:00 Uhr erreichen. Diese Verbindungen entfallen ab Mai, wenn die Sperrung der Strecke ersatzlos aufgehoben wird. Künftig ist Hamburg mit dem Fernverkehr frühestens um 09:12 Uhr erreichbar – für viele Beschäftigte schlichtweg zu spät. Fraglich ist auch, wie die ohnehin stark ausgelasteten Regionalexpress-Züge diese Nachfrage auffangen können. Die noch andauernde Generalsanierung ist offenbar ursächlich dafür, dass sich erst jetzt bei zahlreichen Betroffenen die Erkenntnis durchsetzt, wie nachteilig sich diese verkehrspolitisch falsche Entscheidung für sie tatsächlich auswirken wird. Mit einer kleinen Anfrage im Landtag greife ich das Thema nun erneut auf und fordere erneut ein entschlossenes Handeln von Stadtspitze und Landesregierung.
Fest steht Schwerin und Westmecklenburg brauchen auch in den frühen Morgenstunden eine verlässliche und attraktive Anbindung an den Fernverkehr der Deutschen Bahn. Wenn Menschen gezwungen werden, wegen fehlender Zugverbindungen wieder ins Auto zu steigen, ihren Arbeitsplatz zu wechseln oder gar umzuziehen, ist das gleichermaßen ein Rückschritt für Klimaschutz, Verkehrssicherheit und soziale Teilhabe.
Stadtspitze und Landesregierung müssen sich daher gegenüber der Deutschen Bahn für die Reaktivierung der frühen Fernverkehrsverbindungen einsetzen. Es ist schlicht inakzeptabel, die Landeshauptstadt Schwerin morgens vom Fernverkehr der Bahn abzuhängen.“
