Rechter Angriff auf Landtagsabgeordneten in Güstrow
Zu einem rechtsmotivierten Angriff auf ihn selbst am Rande eines Infostandes in Güstrow erklärt der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Michael Noetzel:
„Die Verrohung des gesellschaftlichen Klimas zeichnet sich nicht nur abstrakt in Wahlerfolgen extrem rechter Parteien ab, sondern spiegelt sich in alltäglicher Gewalt wider. Diese Erfahrungen mussten mein Team und ich heute bei einem Infostand in Güstrow machen.
Ein offensichtlich rechtsradikaler Täter pöbelte und beleidigte uns zunächst lautstark. Alle Deeskalationsversuche zeigten keine Wirkung. Nachdem der Störer sich aggressiv näherte, trat er energisch gegen das als Infomobil genutzte Lastenrad, an dem noch meineDackelhündin Wilma angebunden war, und versetzte mir schlussendlich einen Schlag auf den Oberkörper. Ich danke vor allem den Anwesenden, die durch ihr Auftreten dazu beitrugen, dass die Lage nicht weiter eskalierte.
Dort, wo man sich politisch äußert, bekommt man nicht überall Zuspruch. Das ist völlig klar und in einer Demokratie sogar wünschenswert. Aber mit welchem Hass, mit welchem Selbstbewusstsein und mit wie wenig Hemmung Rechtsradikale immer häufiger am helllichten Tag und an belebten Plätzen agieren, ist Ausdruck eines gefährlichen Rechtsrucks in der Gesellschaft.
Rechte Gewalt ist alltäglich. Die Zahlen steigen seit Jahren dramatisch. Während ich heute als Landtagsabgeordneter Ziel einer rechten Attacke wurde, haben die meisten anderen Betroffenen weder eine Öffentlichkeit noch Unterstützung. Umso wichtiger ist es, Beratungsstrukturen wie LOBBI zu stärken, die ganz konkret Betroffene rechter Gewalt unterstützen.“
