Equal Pay every day – Gleichstellung bleibt eine Aufgabe für alle
Zum Equal Pay Day am 27. Februar erklärt die gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elke-Annette Schmidt:
„Heute ist Equal Pay Day – der Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland im Schnitt unbezahlt arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar für dieselbe Arbeit voll entlohnt werden. Diese Ungerechtigkeit ist nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem. In einem Land wie Deutschland darf es nicht sein, dass die Arbeit von Frauen systematisch weniger wertgeschätzt wird als die von Männern.
Die Wurzeln dieser Ungleichheit liegen tief: Schon in der Kindheit prägen veraltete Rollenbilder die Berufswahl. Kinder wachsen mit Klischees auf, die später zu einer geschlechtsspezifischen Aufteilung des Arbeitsmarktes führen. Typisch „weibliche“ Berufe – etwa in der Pflege oder Erziehung – sind bis heute schlechter bezahlt als klassische „Männerberufe“, insbesondere in den MINT-Fächern. Diese strukturelle Abwertung von „Frauenarbeit“ setzt sich fort, wenn es um Familiengründung und Care-Arbeit geht: Es sind meist die Frauen, die ihre Karriere zurückstellen und später von Altersarmut bedroht sind.
Wir fordern eine gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit. Denn Frauen wählen nicht die „falschen“ Berufe – stattdessen werden bestimmte Tätigkeiten schlechter bezahlt, sobald sie mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden. Diese Benachteiligung zeigt sich auch in der Teilzeitfalle: Viele Frauen können nicht in Vollzeit arbeiten, weil es an verbesserten Bedingungen zur Vereinbarkeit fehlt. Wir brauchen dringend flexiblere Arbeitzeitmodelle und eine gerechtere Verteilung der Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern. Diese Aufgabe geht uns als Gesellschaft alle etwas an und wir müssen gemeinsam an diesem Ziel arbeiten.
Wer gegen Lohndiskriminierung klagen will, steht oft vor hohen Hürden. Deshalb fordern wir: Das Entgelttransparenzgesetz muss zu einem echten Entgeltgleichheitsgesetz weiterentwickelt werden. Unternehmen müssen verpflichtet werden, Lohnungerechtigkeiten abzubauen – etwa durch eine faire Bewertung von „Frauenberufen“ und die Gleichstellung von Berufserfahrung mit formalen Abschlüssen. Auch eine stärkere und flächendeckende Tarifbindung ist notwendig, um Entgelttransparenz herzustellen.
Gleiche Bezahlung muss für alle gelten – unabhängig von Geschlecht oder Herkunft. Der Gender Pay Gap und der Migration Pay Gap sind keine Schicksalsschläge, sondern das Ergebnis politischer Versäumnisse. In Mecklenburg-Vorpommern müssen wir jetzt handeln: für faire Löhne, Transparenz und für eine Arbeitswelt, die alle gleichwertig behandelt. Einen ersten Aufschlag hat unser linkes Justizministerium bereits mit der Erarbeitung eines Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms gemacht, das die benannten Probleme bereits ressortübergreifend adressiert. Trotzdem bleibt es dabei, dass noch vieles zu tun ist – meine Fraktion bleibt dran.“
