Ausbildungsstart 2025: Mit starker Orientierung in eine sichere Zukunft

Anlässlich des Ausbildungsbeginns erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jeannine Rösler: 

„Zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres wünscht die Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern allen Auszubildenden, dual Studierenden und neuen Nachwuchskräften einen erfolgreichen Start in ihren beruflichen Weg. Wir begrüßen deshalb ausdrücklich die zahlreichen Maßnahmen der Landesregierung zur Stärkung der beruflichen Bildung und der schulischen Berufsorientierung. Sie sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit, zu einer nachhaltigen Fachkräftesicherung und zu gerechteren Übergängen von der Schule in den Beruf.

Besonders positiv bewertet die Linksfraktion das neue Konzept zur Beruflichen Orientierung, das unter dem Titel „Alle werden gebraucht!“ ab dem Schuljahr 2025/2026 flächendeckend an allen Schulen umgesetzt wird. Die Ausrichtung des Konzepts ist richtig und zukunftsorientiert: Berufliche Orientierung beginnt künftig bereits in der Kita. Mit praxisnahen Projekttagen, klischeefreien Berufsbildern, spielerischen Zugängen zur ökonomischen Bildung und einer aktiven Einbindung der Eltern wird ein solides Fundament gelegt. In der Sekundarstufe greifen dann strukturierte Maßnahmen wie das Verfahren „Mission ICH“, das gezielt Potenziale sichtbar macht, sowie vielfältige schulische und außerschulische Angebote. Die Einführung des neuen wöchentlichen Praxislerntages ab Klasse 8 an Regionalen Schulen und Gesamtschulen erweitert die bestehenden Angebote wie das 25-tägige Betriebspraktikum, Berufsorientierungstage und Berufsberatungsinnvoll und praxisnah. Ziel ist es, dass alle Schülerinnen und Schüler mindestens drei unterschiedliche Berufsfelder kennenlernen und durch reale Erfahrungen herausfinden können, welcher Berufsweg ihren Stärken und Interessen am besten entspricht. Dieses Konzept trägt erheblich dazu bei, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden, Übergänge gelingender zu gestalten und Jugendlichen mehr Sicherheit bei ihrer Berufswahl zu geben.

Die Linksfraktion würdigt besonders, dass das Bildungsministerium diesen Reformprozess in engem Austausch mit Kammern, Unternehmen, Gewerkschaften und Schulen gestaltet hat. Gleichzeitig begrüßen wir die Einführung von Anrechnungsstunden für BO-Lehrkräfte sowie die begleitenden Fortbildungs- und Unterstützungsangebote für die Schulen. Die Digitalisierung der Begleitmaterialien, das zentrale BO-Portal ‚boje-mv.de‘ sowie die landesweite Koordination über ein Fach- und Servicenetzwerk runden das Konzept zu einem leistungsfähigen System ab.

Aus Sicht der Linksfraktion muss dieser Weg nun konsequent weiterverfolgt werden. Wer von beruflicher Bildung spricht, darf nicht übersehen, dass viele Auszubildende nach wie vor zu niedrige Ausbildungsvergütungen erhalten, weite Wege zur Berufsschule zurücklegen müssen oder keinen geeigneten Ausbildungsplatz in Wohnortnähe finden. Ziel muss es sein, dass alle jungen Menschen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Wohnort – die Möglichkeit erhalten, ihre Stärken zu entdecken und selbstbewusst ihren beruflichen Weg zu gehen.

Ausbildung braucht Verlässlichkeit – und junge Menschen brauchen konkrete Perspektiven. Deshalb wird sich die Linksfraktion auch in der anstehenden Haushaltsdebatte dafür einsetzen, dass Mittel für Berufliche Orientierung, außerschulische Partnerprojekte, Berufsberatung und Schulsozialarbeit verstärkt werden. Unser Ziel ist ein Mecklenburg-Vorpommern, in dem kein junger Mensch zurückgelassen wird und in dem berufliche Bildung ein ebenso anerkannter und attraktiver Weg ist wie das Studium.

Die heutige Realität zeigt: Die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt sind gut – in Mecklenburg-Vorpommern gibt es deutlich mehr Ausbildungsplätze als Interessenten. Jetzt kommt es darauf an, diese Chancen gerecht zu verteilen, junge Menschen zu befähigen, sie zu nutzen, und Unternehmen dabei zu unterstützen, Ausbildungsplätze attraktiv zu gestalten. Das gelingt nur gemeinsam – durch gute Bildung, starke Strukturen und den politischen Willen, in die Zukunft der Jugend zu investieren. Die Linke ist bereit, diesen Weg weiter voranzutreiben.“