Statt Rente mit 70 – Linke will Arbeitgeberanteil erhöhen
Zur aktuellen Berichterstattung, wonach die Rentenkommission der Bundesregierung die Rente ab 70 diskutieren will, erklärt der Landesvorsitzende der Linken in MV, Hennis Herbst:
„Es ist wenig überraschend, dass die Rentenkommission ernsthaft die Rente mit 70 diskutiert. So besteht dieses Gremium mit Professor*innen und Politiker*innen fast ausschließlich aus Menschen, die sich auf eine Pension im Alter verlassen können. An der Lebensrealität der Krankenschwester oder des Dachdeckers, der schon früh im Beruf körperlich hart arbeitet, geht diese Debatte völlig vorbei.
Schon jetzt gehen viele Arbeitnehmer*innen mit großen Abschlägen vorzeitig in Rente, weil es körperlich oder mental nicht anders geht. Schon jetzt ist jeder fünfte Rentner, jede fünfte Rentnerin, in MV armutsgefährdet. Statt immer nur auf die hart arbeitenden Menschen zu zeigen, die angeblich zu wenig arbeiten, sollte endlich die Verantwortung der Arbeitergeberseite in den Blick genommen werden. Während meiner Generation gesagt wird, wir sollen privat vorsorgen, machen Arbeitgeber sich einen schlanken Fuß. Richtig wäre deshalb die schrittweise Erhöhung des Arbeitgeberanteils von 50 auf 60 Prozent des Beitragssatzes. Und auch Beamte und Politiker*innen müssen endlich in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, um mittelfristig eine Erwerbstätigenversicherung für alle zu erreichen. Nur so erreichen wir mehr soziale Sicherheit und Gerechtigkeit bei der Rente.“

