Hände weg von der Arbeitszeit
Zu dem Vorschlag von Markus Söder, wonach alle eine Stunde mehr arbeiten sollen, erklärt die designierte Spitzenkandidatin der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, Simone Oldenburg:
„Nicht eine höhere Arbeitszeit steigert die Produktivität, sondern bessere Arbeitsbedingungen. Erst sollen Rentnerinnen und Rentner länger arbeiten, dann wird Teilzeitarbeit infrage gestellt – und nun zündet Markus Söder die nächste Eskalationsstufe mit der Forderung nach einer Verlängerung der Arbeitszeit.
Ein Blick in die Realität zeigt jedoch: In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten Erwerbstätige mit durchschnittlich 1.379 Arbeitsstunden pro Jahr bereits deutlich mehr als in Bayern mit 1.320 Stunden. Das Gegenteil von dem, was Markus Söder behauptet, ist also richtig. Die Wochenarbeitszeit in Ostdeutschland muss endlich an das West-Niveau angeglichen werden – ganz zu schweigen von den weiterhin niedrigeren Löhnen.
Ein solcher Vorschlag kann nur von jemandem aus dem Westen kommen, der den Bezug zur Lebens- und Arbeitsrealität der Menschen längst verloren hat.“

