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Trotz Fachkräftemangels steigt die Zahl der Auspendler

Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Aktuelles Pendlergeschehen in Mecklenburg-Vorpommern“ (Drs. 7/5638, Anlage) erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster:

„Wie die Antwort zeigt, tappt die Landesregierung wie bereits seit Jahren im Dunkeln, was die Problematik der Aus- und Einpendler von und nach Mecklenburg-Vorpommern betrifft. Gut dass sie nun ihre Unwissenheit endlich beenden will und eine Studie in Auftrag gegeben hat. Auch bei manch anderen Sachverhalten wäre eine solche Konsequenz erforderlich.

Trotz der Bemühungen der Landesregierung etwa in Form von Pendlertagen und der beinahe 20-jährigen Förderung der Rückholagentur mv4you gelingt es nur in überschaubarem Ausmaß, Pendlerinnen und Pendler ins Land zurückzuholen. Im Gegenteil, die Zahl der Auspendler, die tagtäglich zur Arbeit nach Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Brandenburg fahren, stieg in den Jahren 2016 bis 2019 um 2,18 Prozent auf 76 006. Da Pendler, anders als abgewanderte Landeskinder, nach wie vor in M-V wohnen, ist die Hoffnung seit Jahren groß, sie als Fachkräfte im Heimatland gewinnen zu können.

Kleinteilige Unternehmensstrukturen, geringe Tarifbindung und damit oft niedrigere Entlohnung in M-V sind aber offenbar zu hohe Hürden für Landeskinder, hier einer Beschäftigung nachzugehen. Es ist zu vermuten, dass es sich bei den Auspendlern zu einem großen Teil um gut qualifizierte Beschäftigte handelt, denen die besseren Aufstiegschancen und Karrierewege in größeren Unternehmen wichtig sind. Je länger sie bereits in einem solchen tätig sind, umso stärker wirken vermutlich auch soziale Bindungen und Sicherheiten, z.B. Kündigungsfristen oder Ansprüche auf betriebliche Sozialleistungen. Allerdings werden wohl auch Personen ohne Abschluss pendeln, weil für sie das Angebot an Arbeitsplätzen in Metropolen wie Hamburg größer ist als hierzulande.

Ein Teil der Pendler würde sicherlich zurückkehren, wenn die Lohndifferenz den anfallenden Pendlerkosten entspräche. Der weitaus größere Teil wird allerdings nur dann zurückkehren, wenn sich die Beschäftigungsmöglichkeiten in unserem Land nachhaltig verbessern.“