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Die Entwicklung des Ostens als Chance begreifen

Der für diesen Mittwoch zu erwartende Jahresbericht zur deutschen Einheit wird erneut ein Beleg krasser wirtschaftlicher und sozialer Unterschiede zwischen Ost und West. Im Osten ist eine deutlich geringere Wirtschaftskraft zu verzeichnen.

Jede Karte mit bundesweiten Sozialdaten lässt die Grenze zwischen der ehemaligen DDR und der früheren BRD erkennen. Auch nach Ablauf von drei Jahrzehnten ist hinsichtlich der Renten keine vollständige Anerkennung ostdeutscher Erwerbsbiographien zu verzeichnen, von bestehendem Rentenunrecht ganz zu schweigen. Bis heute sind Führungspositionen in Wirtschaft, Wissenschaft, Behörden und Medien Ostdeutschlands eher selten mit Frauen und Männern aus den neuen Bundesländern besetzt.

Angesichts einer multipolaren Welt und einer Vielzahl an Krisenerscheinungen, von denen die „Klima-Krise“ und die „Corona-Krise“ lediglich zwei, wenn auch herausragende sind, muss die Entwicklung des Ostens endlich als eine Chance, als ein Teil Deutschlands mit immensen Potentialen, begriffen werden. Voraussetzung ist eine Politik, die gezielt auf gleichwertige Lebensverhältnisse ausgerichtet wird. Dies betrifft zuvorderst die sozialen Fragen, wie beispielsweise gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit in Ost und West sowie bei Männern und Frauen. Auch muss sich die Angleichung der Renten schneller vollziehen und darf nicht bis 2025 auf sich warten lassen. Der Osten Deutschlands ist elend lange als verlängerte Werkbank des Westens behandelt worden. Es ist höchste Zeit insbesondere hier Innovationen und Kreativwirtschaft zu fördern und zu beheimaten. Der Osten kann in der Nutzung moderner Technologien und angewandter Wissenschaften zum Motor des Landes werden und somit entscheidend zu einer progressiven Entwicklung beitragen. 

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  1. 16. September 2020 "Der Osten verdient mehr!"