Bildung

Bildung von Anfang an

27. Januar 2015  Allgemein, Bildung

Der schulische Bildungserfolg wird auch vom sozialen Hintergrund beeinflusst. So zeigen sich schulische Benachteiligung und schlechtere Bildungsabschlüsse in finanziell benachteiligten Familien sehr viel häufiger. Langjährige Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass Bildungsdefizite, die bereits im Kleinkindalter beginnen, in der Schule ggf. nicht kompensiert werden können und auch in der beruflichen Ausbildung aus unterschiedlichen Gründen nicht zu einem qualifizierten Abschluss führen und damit in ein Leben in Armut zu münden drohen. Unstrittig ist auch, dass Armut ein bereits vorhandenes Defizit in Sozialisation und Bildung der Eltern verstärkt. Hat eine Familie für längere Zeit ein unterdurchschnittliches Einkommen so werden die Ausgaben für Bildung, kulturelle Anregungen oder der Pflege sozialer Kontakte zwangsläufig gekürzt. In der Folge erwerben die Kinder jener Eltern geringere Bildungsabschlüsse, was sich wiederum auf deren Kinder überträgt.[1] Diesen Teufelskreislauf gilt es zu durchbrechen.

Dazu ist eine Reihe von Maßnahmen erforderlich, die ineinander greifen müssen. Neben der Verbesserung der Einkommenssituation von ärmeren Familien auf die später eingegangen wird, ist es erforderlich, Bildung für alle als zentrale gesellschaftliche Aufgabe zu definieren. Die Verbesserung von Bildungschancen darf sich nicht nur auf Wahlplakaten wiederfinden, sondern gehört in Form von konkreten Maßnahmen in das Bildungssystem umgesetzt.

In keinem anderen Land ist der Bildungserfolg der Kinder und Jugendlichen so von der sozialen Herkunft abhängig wie in Deutschland. Der UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland aus dem Jahr 2013 „Reiche, kluge, glückliche Kinder?“ sowie die OECD kritisieren diese Tatsache. Das vereinheitlichende Bildungssystem Mecklenburg-Vorpommerns verringert die Bildungschancen für Schülerinnen und Schüler aus sozial benachteiligten Familien weiter. Bei Vorbildern, die ein höheres Maß an Bildungsgerechtigkeit vorweisen können, stößt man schnell auf die in Sachen Bildungspolitik erfolgreicheren PISA-Gewinner. Ein Vergleich offenbart, dass wesentliche Unterschiede zum deutschen Bildungssystem erkennbar sind. Auch wenn sich diese nicht eins zu eins übertragen lassen, lohnt es sich doch einzelne zentrale Unterschiede auf die Übertragbarkeit auf deutsche Schulen hin zu prüfen.[2] Allen Vorschlägen ist gemein, dass zu ihrer Finanzierung erhebliche öffentliche Mittel gebraucht werden. Gute Bildung kostet, schlechte Bildung kostet jedoch am Ende mehr.

Kitaqualität ausbauen

„Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“, so lautet Absatz 2, Artikel 6 des Grundgesetzes. Damit sind auch die beiden Träger benannt, die Verantwortung für das Wohlergehen von Kindern haben. Es besteht eine (natürliche) Pflicht der Eltern für das Kindeswohl zu sorgen, während staatlichen Institutionen ein Wächteramt im Falle einer Kindeswohlgefährdung zugewiesen wird. In der Praxis sind staatliche Förderungen für die „Pflege und Erziehung der Kinder“ sehr viel weitgehender als sich die Mütter und Väter des Grundgesetzes im Parlamentarischen Rat 1948 vorgestellt haben. Im Laufe mehrerer Jahrzehnte gelebter Verfassungspraxis entstand, insbesondere in den letzten Jahren, eine Betreuungsinfrastruktur für Minderjährige, die auch weit über den Artikel 6, Abs. 4 formulierten Schutz und Fürsorgeanspruch von Müttern hinausgeht. Nicht ganz unerheblich dürften hierbei die in der DDR praktizierten familiären Lebensmodelle gewesen sein, in der die Berufstätigkeit von Frauen nicht nur ökonomische Notwendigkeit, sondern als Form der Selbstverwirklichung auch individuell gewünscht war. Diese Entwicklung ist ausdrücklich zu begrüßen, führt sie doch zu einer größeren Entscheidungsfreiheit für Familien und insbesondere Frauen.

In der gesellschaftlichen Debatte als auch in der praktischen Realität für die Familien ist die Verfügbarkeit eines Kita-Platzes Dreh- und Angelpunkt der Lebensplanung. Hier ist Mecklenburg-Vorpommern mit einer Betreuungsquote der 3- 6jährigen von 96 Prozent und 55 Prozent bei unter Dreijährigen im Vergleich zu anderen Bundesländern gut aufgestellt. Hinsichtlich der Betreuungsqualität hat Mecklenburg-Vorpommern Nachholbedarf. Diese wurde in den letzten Jahren vernachlässigt, sodass unser Bundesland bundesweit zu den Ländern mit den schlechtesten Betreuungsschlüsseln gehört. Im Kindergartenbereich betreut aktuell eine Erzieherin bzw. ein Erzieher 16 Kinder. Dies hat Auswirkungen auch auf die pädagogische Arbeit in den Kindertagesstätten. Beispielsweise wird nicht in allen Kitas mehr gemeinschaftlich Zähne geputzt oder Körperhygiene gelernt. Kindertagesstätten dürfen jedoch nicht nur Betreuungseinrichtungen sein. Um auch ihrem pädagogischen Anspruch gerecht zu werden, muss Mecklenburg-Vorpommern unbedingt die Versäumnisse der Vergangenheit nachholen und den Betreuungsschlüssel verbessern. Wir streben in der Krippe ein Betreuungsverhältnis von kurzfristig 1 zu 5 bzw. langfristig 1 zu 4 an. Im Kindergarten ist die Relation von derzeit 1 zu 16 schrittweise auf 1 zu 12 zu verbessern. Diese Qualitätsverbesserungen liegen in der Gesamtverantwortung von Kommunen, Land und Bund, auch was die Finanzen betrifft. Deshalb unterstützt DIE LINKE. M-V den Diskussionsprozess auf Bundesebene zur Einführung eines Bundeskitagesetzes, was für Gesamtdeutschland einheitliche Qualitätsstandards festschreibt und ausfinanziert.

Kitas ermöglichen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Berufstätigkeit schafft nicht nur ein erfüllteres Leben für den Einzelnen, sondern auch Steuereinnahmen für den Staat. Insofern besteht auch ein öffentliches Interesse an der Berufstätigkeit beider Eltern. Vor diesem Hintergrund ist es nicht nachzuvollziehen, dass Eltern doppelt zur Kasse gebeten werden, indem ihr Einkommen regulär besteuert und gleichzeitig durch anfallende Kitabeiträge geschmälert wird. Zudem sind Kitas nicht nur Betreuungseinrichtungen, sondern als vorschulische Bildungseinrichtungen unentbehrlich. Dies ist ein weiteres Argument für die Kostenfreiheit, da auch hier ein öffentliches Interesse an der Erziehung von Kindern besteht, die Grundlage jedweder anderen Qualifikation ist.

Sowohl in der Qualität der Kitas als auch in der Finanzierung sieht DIE LINKE aus den vorgenannten Gründen Reformierungsbedarf beim Kindertagesförderungsgesetz (KiföG). Langfristiges Ziel muss der uneingeschränkte Zugang zu einem Ganztagesplatz sein, der kostenlos und wohnortnah vom ersten Jahr an gewährleistet wird.

Seitens des Landkreistages Mecklenburg-Vorpommern, der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände, der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft wird wiederholt vorgebracht, dass die Landesmittel zur Finanzierung der Standards im Kindertagesförderungsgesetz nicht auskömmlich seien. Ein neues Berechnungs- und Kostenverteilungsmodell muss her. Der Finanzierungsanteil der Landkreise wird in Höhe des jetzt geltenden Satzes von 28,8 Prozent eingefroren. Der verbleibende Finanzierungsanteil der Eltern wird durch das Land inklusive der für eine vollwertige und gesunde Verpflegung anfallenden Kosten übernommen. Damit entfällt in Zukunft auch der derzeitige Kostenwettbewerb von Trägern untereinander, der zu unterschiedlichen Elternbeiträgen und unterschiedlicher Qualität in den Kitas führt.

Für diejenigen Eltern, die aufgrund von Arbeitszeiten einen zeitlich erweiterten Betreuungsbedarf nachweisen, sind entsprechende und im Land verteilte Schwerpunktkitas einzurichten. Die anfallenden Mehrkosten werden durch das Land getragen.

Kinder individuell fördern

Die bestehende Selbständigkeit der Schulen ist zu qualifizieren. Eine selbständige Schule heißt für uns, dass sie im Hinblick auf die Organisation ein höheres Maß an Gestaltungsspielraum hat. Jährlich fallen in Mecklenburg-Vorpommern ca. 50.000 Unterrichtsstunden aus. Vor diesem Hintergrund fordern wir für die Schulen die Einführung eines Budgets zur Gewährleistung des Vertretungsunterrichts. Zudem ist das Schulbudget so auszugestalten, dass alle Schülerinnen und Schüler der unterschiedlichen Leistungsniveaus individuell gefördert werden können. DIE LINKE fordert die Schulen so auszustatten, dass vor Ort auf verschiedene Ausgangsbedingungen reagiert werden kann. Dazu gehören eine gerechtere schülerbezogene Stundenzuweisung, der Ausbau von Ganztagsschulen, Vollen Halbtagsschulen, die Gewährleistung von Integration und Inklusion sowie eine relative Nähe zum Wohnort. Notwendig ist auch in den nächsten Jahren jährlich 200 Lehrkräfte für den Schuldienst neu einzustellen.

Um den Bildungserfolg stärker von der familiären Situation abzukoppeln ist unser Ziel die Schaffung von vergleichbaren Lernbedingungen mit dem Schwerpunkt der Durchlässigkeit zwischen den Bildungsgängen und Schularten. Dazu gehört auch die vollumfängliche Sicherung der Lehr- und Lernmittelfreiheit.

Jede Hilfe für Eltern sind auch Hilfen für Kinder. Deswegen müssen Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit für eine verstärkte Elternarbeit haben. Regelmäßige Gespräche über die Entwicklung der Kinder und daraus resultierend das Ergreifen von sofortigen Unterstützungsmaßnahmen für den Bildungs- und Erziehungsprozess helfen mehr als das Erteilen von Kopfnoten.

Mit dem 2006 durch Bund und Länder beschlossenen Kooperationsverbot im Bildungsbereich ist die Finanzierung von Bildungsaufgaben in Mecklenburg-Vorpommern nicht einfacher geworden. Bildungsfinanzierung begreifen wir als Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen. Deswegen fordert DIE LINKE eine finanzielle Beteiligung des Bundes an den Bildungsausgaben und mehr Gestaltungsspielraum für den Bund im Bildungsbereich. Das Kooperationsverbot in der Bildung gehört wieder abgeschafft.

Längeres gemeinsames Lernen

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Begabungen und Ausgangslagen voneinander profitieren können. Deswegen strebt DIE LINKE eine Schulform an, in der längeres gemeinsames Lernen möglich gemacht wird. Mit der Einführung einer schulartunabhängigen Orientierungsstufe bis zur Klasse 6 wurde der dafür erste notwendige Schritt getan. Diesen gilt es auszubauen. Um den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft weiter zu entkoppeln sind die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass in einem zweiten Schritt alle Schülerinnen und Schüler perspektivisch bis einschließlich der 8. Klasse gemeinsam unterrichtet werden.

Eine gemeinsame Schule für alle Kinder ist nicht nur wichtig, weil es die Bildungsgerechtigkeit im Land erhöht. Auch ist ein solches gemeinsames Lernumfeld für den Aufbau und zur Pflege von milieuübergreifenden sozialen Kontakten hilfreich. Insbesondere für Kinder aus ärmeren und armen Familien können Beziehungen, die über das eigene Milieu hinausgehen, zur Kompensation von Armutsfolgen beitragen.[3]

Die Schule, in der länger gemeinsam gelernt werden soll, ist die Ganztagsschule, die Zentrum für schulische Bildung und Freizeitgestaltung ist. Die Zahl der Ganztagsschulen im Land stagniert. Die SPD-CDU-Regierungskoalition genehmigt gegenwärtig keine Anträge auf Errichtung von Ganztagsschulen. DIE LINKE will jedoch ihren qualitativen und quantitativen Ausbau, denn neben einem längeren gemeinsamen Lernen helfen auch gemeinsame Freizeitaktivitäten die Grenzen sozialer Herkunft zu überwinden. Die Ganztagsschule für alle ist auch aus Gründen der Effektivität die bessere Antwort für ein in großen Teilen dünn besiedeltes Flächenland als das bestehende dominante dreigliedrige Schulsystem.

Allen Schülern ein nahrhaftes und gesundes Essen

Wer hungrig ist, der kann nicht lernen. Es wird geschätzt, dass 20 bis 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler bundesweit ohne Frühstück aus dem Haus gehen. Umso wichtiger ist ein gemeinsames Mittagessen in der Schule, nicht nur um den Hunger zu stillen, sondern auch um zu gewährleisten, dass alle Schülerinnen und Schüler einmal täglich eine warme und gesunde Mahlzeit zu sich nehmen. Ein Schulessen kostet derzeit an den Schulen unseres Landes zwischen 2 und 2,50 Euro. Für ein gesundes und nahrhaftes Mittagessen fallen einer Studie zu Folge aber Kosten in Höhe von 3,30 Euro in Grundschulen bis 4,25 Euro in Sekundarschulen an. Da Schule in unserem Verständnis ein gemeinsamer Lernort sein soll, muss auch gewährleistet werden, dass die schulische Verpflegung gemeinsam genutzt wird. Soziale Ausgrenzung, aber auch soziale Stigmatisierung am Mittagstisch darf es nicht geben. Deswegen fordern wir die vollständige Übernahme der für ein gesundes und nahrhaftes Mittagessen anfallenden Kosten für alle Kinder.

Schulsozialarbeit und Vernetzung in den Sozialraum

Schule ist nicht nur Ort der Bildungsvermittlung, sondern einflussreicher Sozialisationsort. Eine gute Schule vermittelt den Heranwachsenden nicht nur Bildungsinhalte, sondern erzieht sie zu mündigen vielseitig interessierten Persönlichkeiten. Dieser Aufgabe können Lehrerinnen und Lehrer nicht immer gerecht werden. Aus finanziell angespannten Situationen in Familien können familiäre Konflikte resultieren, die dann über die Verhaltensweisen von Kindern auch in die Schule getragen werden. Davon wird die Vermittlung von Bildungsinhalten verdrängt. Gerade in Regionen mit einer hohen sozialen Belastung wird die Schule zum Konfliktort, an dem zunächst grundsätzliche Verhaltensweisen erlernt werden müssen. Hier muss Schulsozialarbeit unterstützend eingreifen. Dies muss in Form von regelmäßigen Gesprächen über die Entwicklung der Kinder und daraus resultierend das Ergreifen von sofortigen Unterstützungsmaßnahmen für den Bildungs- und Erziehungsprozess gemeinsam mit den Eltern erfolgen.

Inhalt dieser Unterstützung muss es sein, Schulsozialarbeit als originäres Arbeitsfeld der Jugendhilfe in allen Schulen zu verankern. Hierbei ist auch die Beteiligung des Bundes gefragt. Die bisher in der Debatte geäußerten Bedenken, dies greife in die Kulturhoheit der Länder ein, ist ein Ablenkungsmanöver. Nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz hat der Bund durchaus die Möglichkeit, Sozialarbeit an Schulen finanziell zu fördern.

Von der ursprünglichen Forderung der SPD nach mehr Sozialarbeitern an den Schulen ist im Koalitionsvertrag der SPD-CDU Bundesregierung nichts mehr übrig geblieben. DIE LINKE fordert einen Stufenplan, an dessen Ende 2020 Schulsozialarbeit an jeder Schule steht. Sie ist als Regelleistung im Jugendhilferecht des SGB VIII in Form einer eigenständigen Angebotsform vorzunehmen und dazu ein neuer Paragraph zu verankern. Dabei ist sicherzustellen, dass die Einführung dieser neuen Regelleistung ausschließlich zusätzlich und nicht zu Lasten der bestehenden Angebote der Jugendhilfe nach § 11 und § 13 erfolgen darf. Bei der bis zum Jahr 2020 erforderlichen Neuordnung der Finanzbeziehungen zwischen dem Bund und den Ländern ist sicherzustellen, dass in Ländern und Kommunen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um die Angebote der Schulsozialarbeit künftig dauerhaft auskömmlich finanzieren zu können.

Das Landesprogramm „Jugend- und Schulsozialarbeit“ wird derzeit aus Mittel des Europäischen Sozialfonds finanziert. Dies kann keine dauerhafte Lösung sein, da sie keine Planungssicherheit über die Förderperiode hinaus bietet. Zudem führt die Kopplung der Förderung der derzeit rund 308 Sozialpädagogen an den Schulen an die Anzahl der 10- bis 26-jährigen Jugendlichen im jeweiligen Landkreis bzw. in den kreisfreien Städten zu einem weiteren Stellenabbau oder zu einer höheren finanziellen Belastung der Kommunen. DIE LINKE fordert den tatsächlichen Bedarf an diesen Jugendhilfeleistungen zugrunde zu legen. Auch ohne Bundesbeteiligung muss in Mecklenburg-Vorpommern der schrittweise Ausbau der Schulsozialarbeit so erfolgen, dass an jeder weiterführenden allgemein bildenden und beruflichen Schule mindestens eine Schulsozialarbeiterin oder ein Schulsozialarbeiter eingesetzt wird.

Maßnahmen

  • Das Betreuungsverhältnis ist für Krippenkinder auf 1 zu 5 bzw. langfristig 1 zu 4 zu verbessern.
  • Das Betreuungsverhältnis ist für Kindergartenkinder schrittweise auf 1 zu 12 zu verbessern.
  • Die Ausbildungsplatzplanung des Landes für Erzieherinnen und Erzieher ist entsprechend anzupassen.
  • Der Anspruch auf einen Ganztageskitaplatz ist für alle Kinder von 1 bis 6 Jahren und unabhängig von der Erwerbssituation der Eltern auszuweiten.
  • Der Finanzierungsanteil der Eltern wird durch das Land übernommen, der Kitabesuch muss perspektivisch kostenfrei werden.
  • Die vollwertige und gesunde Verpflegung ist für die Eltern kostenfrei.
  • Für Eltern mit entsprechendem Betreuungsbedarf sind Kitas einzurichten, die eine Betreuung in den Tagesrandzeiten übernehmen.
  • Die Schulen sind so auszustatten, dass sie in der Lage sind, einen attraktiven und erfolgreichen Unterricht abzuhalten.
  • Dazu sind die Schulbudget so auszugestalten, dass alle Schülerinnen und Schüler der unterschiedlichen Leistungsniveaus individuell gefördert werden.
  • Das Budget ist zur Gewährleistung des Vertretungsunterrichts zu erhöhen.
  • Lehrerinnen und Lehrer müssen die Möglichkeit einer vermehrten Elternarbeit haben.
  • Die Lernbedingungen müssen vergleichbar sein, damit die Durchlässigkeit zwischen den Bildungsgängen und Schularten gewährleistet wird.
  • Eine jährliche Neueinstellung von 200 Lehrerinnen und Lehrern ist notwendig.
  • Es sind die Rahmenbedingungen für einen Ausbau des längeren gemeinsamen Lernens bis einschließlich der 8. Klasse zu schaffen.
  • Die Ganztagsschulen sind qualitativ und quantitativ auszubauen.
  • Eine für Kinder und Eltern kostenlose Mittagsversorgung in den Schulen ist einzuführen.
  • Schulsozialarbeit ist schrittweise auszubauen, sodass jeder weiterführenden allgemein bildenden und beruflichen Schule mindestens eine Stelle Schulsozialarbeit zur Verfügung steht.
  • Eine (anteilige) Finanzierung durch den Bund ist anzustreben, sodass Schulsozialarbeit an jeder Schule geleistet werden kann.

 

[1] Vgl. Kampshoff, Marita: Armutsprävention im Bildungsbereich, in: Zander, Margherita (Hrsg.): Kinderarmut. Einführendes Handbuch für Forschung und soziale Praxis, 2.Aufl., Wiesbaden 2010, S. 220f

[2] Vgl. ebd., S.225f

[3] Vgl. Chassé, Karl-August / Rahn, Peter: Bewältigung durch Peerintegration, in: Zander, Margherita (Hrsg.): Kinderarmut. Einführendes Handbuch für Forschung und soziale Praxis, 2.Aufl., Wiesbaden 2010, S. 157